Redewendungen und ihre Geschichten. Von Tanya Karrer, im Juni 2019

Nr. 4: Die Post geht ab

DiePostGehtAb constoria 2019

Bei constoria geht gerade die Post ab. Für das Jubiläum der Stiftung gegen Gewalt an Frauen und Kindern dürfen wir gleich ein Buch, eine Ausstellung und eine Webseite konzipieren und erstellen. 

"Die Post geht ab" bedeutet bekanntermassen, dass gerade richtig viel los ist. Angeblich ist die Redewendung erst seit den 1960ern geläufig. Schade, denn lustige Geschichten zur Herkunft des Spruchs bieten sich geradezu an. Eine könnte so gehen: Der Pöstler und Kutscher in Personalunion fährt um etwa 1845 mit seiner von einem schwarzen Hengst gezogenen Kutsche durch das Land.

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Die Briefe und Neuigkeiten, die er in die Dörfer und Städte bringt, werden voller Sehnsucht erwartet. Doch auch ein Pöstler braucht mal eine Pause. Sein Magen knurrt, die Kehle ist ausgetrocknet. Er macht in einem Wirtshaus Halt und lässt sich eine währschafte Suppe und ein Gläschen Wein vorsetzen. Da hört er einen Knall und eilt nach draussen. Oh weh, das Pferd hat sich losgemacht und stürmt mitsamt der Postkutsche davon. "Verflixt, die Post geht ab", ruft der Kutscher. Aus den umstehenden Häusern strömen die Menschen herbei um das Pferd einzufangen und die überall in den Gassen verstreuten Briefe einzusammeln. Für den Pöstler geht die Sache glimpflich aus: Alle Briefe erreichen ihre hocherfreuten Empfängerinnen und Empfänger. Doch im Dorf erzählt man sich noch heute die Geschichte vom Kutscher, (bei) dem die Post abging.

Achtung, entgegen sonstiger Gepflogenheiten von constoria, basiert diese Geschichte NICHT auf historischen Begebenheiten. Nur die Postkutsche gab es um 1845 wirklich, sie fuhr sogar über den Gotthard.