Für Sie gelesen. Von Tanya Karrer,
im März 2019.

Tradition kommunizieren.

Tradition zugeschnitten

Heike Bühler, Uta-Micaela Dürig (Hg.), 2008

«Wir setzen voll auf Innovation, was interessiert uns der alte Quark von gestern.» Sind Sie Teil eines innovativen Unternehmens und haben sich auch schon so etwas Ähnliches beim Wort «Geschichte» gedacht? Nun, das ist Ihr gutes Recht. Trotzdem möchte ich Ihnen ein Geheimnis verraten: Ihre Innovationen lassen sich mit etwas Geschichte sogar noch besser verkaufen!

Geschichte(n). Oder noch besser: beides zusammen. Und weil Wirtschafts-Professorin Heike Bühler und die Kommunikationswissenschaftlerin Uta-Micaela Dürig im Buch «Tradition kommunizieren. Das Handbuch der Heritage Communication. Wie Unternehmen ihre Wurzeln und Werte professionell vermitteln» gute Argumente für die Nutzung der eigenen Geschichte im Unternehmen bieten.

Geschichte als Alleinstellungsmerkmal
Im 272 Seiten umfassenden Handbuch prägen die Autorinnen den Begriff der Heritage Communication. Andere Autoren und Autorinnen sprechen auch von History Marketing, Heritage PR oder Vintage Marketing. Allen Ansätzen ist gemeinsam, dass Sie Geschichte, Werte und Traditionen als einen Wertschöpfungsfaktor für Organisationen, Unternehmen und Produkte betrachten. Die eigene Geschichte kann nicht kopiert werden, sie ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.

Geschichte vermittelt Vertrauen in die Zukunft
Die Geschichte, in Form von Heritage Communication, zeichnet ein klares, unverwechselbares und glaubhaftes Bild einer Organisation. Gerade in einer Zeit der Globalisierung und des konstanten Wandels, in der Wissen rasch veraltet, bieten Traditionen und Geschichte Halt. Geschichte kann gar als Akquisitionswährung dienen, denn Organisationen mit Herkunft wird eher Vertrauen in die Zukunft geschenkt.

Einbindung der Heritage Communication
Die Möglichkeiten, wie Geschichte und Tradition in die Kommunikation oder das Marketing einer Organisation eingebunden werden können, sind mannigfaltig. Sie reichen von Mission Statements, Visionen und Leitbildern, Jahresberichten, bis hin zu Tagen der offenen Türen, Mitarbeitendenanlässen, Neueinführung von Produkten, Betriebsbesichtigungen und Besucherzentren bzw. Ausstellungen. Die Aufzählung liesse sich beliebig fortsetzen.

In 6 Schritten zur Heritage Communication
Zur Einführung von Heritage Communication empfehlen Bühler und Dürig das 6-Phasenmodell. Auf die Analyse des Ist- und Sollzustands folgt eine SWOT-Analyse. Im nächsten Schritt wird ein Konzept mit Zielen, Inhalten und Zielgruppen der Heritage Communication erstellt. Anschliessend geht es um die taktische Planung, in welcher Aktivitäten und Instrumente definiert werden. Die letzten zwei Schritte sind schliesslich die Umsetzung und Evaluation der Massnahmen.

Viele nützliche Beispiele
Im letzten Teil stellt das Buch verschiedene Beispiele vor, wie Unternehmen und öffentliche Institutionen mit ihrer Geschichte umgehen. Und auch, wie mit heiklen Themen wie dem Nationalsozialismus in der eigenen Historie umgegangen wird.
Alles in allem ein gelungenes Buch, das aufzeigt, wie die Geschichtswissenschaft in die Praxis überführt werden kann.

Keine Innovation ohne Tradition. Oder: Zukunft braucht Herkunft
Und, konnten Sie sich für die Nutzung der Geschichte Ihrer Organisation, Ihres Produkts oder gar Ihrer eigenen begeistern? Lassen Sie mich noch ein letztes Argument anfügen: Innovationen können nur auf Basis von vergangenen Erfahrungen, also Geschichte, passieren. Oder anders ausgedrückt: Zukunft braucht Herkunft!

 

Möchten Sie Ihrer Geschichte auf den Grund gehen oder Heritage Communication in Ihrer Organisation einführen? constoria zeigt Ihnen gerne die vielfältigen Möglichkeiten auf.